Der Hofzug des Deutschen Kaisers Wilhelm II.
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Bildautoren:

Hans-Martin Hebsaker (BahnLand)
Klaus Schneider (BR74)    

Paket 1:  Hofzugwagen der ersten  Generation (1889-1893)
Paket 2:  Hofzugwagen der zweiten Generation (1897-1902)
Paket 3:  Hofzugwagen der dritten Generation (1904-1911) und
          Hofsalonwagen des Kronprinzen von 1905
Paket 4:  Hofzugwagen whrend des Ersten Weltkrieges (1914-1918)  

Neben den ursprnglichen Fahrzeugen und den Umbau-Varianten sind auch Fahrzeuge mit auen angebrachten Sonnenjalousien und aufgespannten Sonnendchern enthalten. 

Vorbildgerechte Zuglokomotiven sind u.a. die pr. S3, pr.S5, pr. S6, pr. S10 sowie auch "auslndische" Lokomotiven der Lnderbahnzeit (z.B. wrtt. AD, wrtt. ADh, wrtt. C, kkStB 60, kkStB 73) bei des "Reisekaisers" Auslandsreisen.

Die BahnLand-Pakete (BLxx.zip) enthalten die Einzelfahrzeuge wobei die rechte Darstellung (auer bei den Gepckwagen) jeweils die Gangseite und die linke Bildhlfte jeweils die Abteilseite zeigt. Fr den MM-Bildschirmschoner ist in jedem Paket eine komplette ZUggarnitur mit wrttembergischen Zugloks enthalten. Hierbei stammt die hinzugefgte "wrtt. C" von Klaus Schneider. Wrttembergische Lokomotiven wurden bei den Besuchen des Kaisers in Wrttemberg (Schloss Hohenzollern bei Hechingen, Familie "zu Frstenberg" in Donaueschingen) vorgespannt. Fr BahnLand-Nutzer ist eine Liste beispielhafter Zugkompositionen, bei denen als Zuglok insbesondere auch die "pr. S10" von Jrgen Hoffmann bercksichtigt ist (bitte von der Bahnschranke selbst herunterladen), beigefgt.

In den Paketen fr den MM-Bildschirmschoner (MMxx.zip) sind die linken und rechten Seiten und Phasenbilder getrennt abgelegt (...L_0.bmp, ...L_1.bmp, ...R_0.bmp, ...R_1.bmp). Fr den kompletten Zug der dritten Generation mit der "wrtt. C" von Klaus Schneider (Paket 3) gibt es zustzlich die Phasenbilder mit den Suffixes L_2, L_3, R_2, R_3. Bei den anderen Bildern sind die Phasen "2" und "3" durch Kopieren der Phasenbilder "0" und "1" zu ergnzen. Fr den kompletten Zug liegen Konfigurationszeilen fr die Datei "User_bmp.ini" bei (Verzeichnispfade bitte anpassen).

Fr Traffic knnen die BahnLand-Fahrzeuge direkt importiert werden.  

Die Bilder sind fr private Nutzung frei verwendbar.
Die Verwendung fr weitere Zugbildungen ist (unter Nennung der Bildautoren) ausdrcklich erlaubt. 
Auch eine Verffentlichung auerhalb von http://www.bahnschranke.tt4u.de ist unter Nennung der Bildautoren gestattet.
Eine kommerzielle Nutzung ist untersagt.



Vorbild-Informationen zum Hofzug
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Im Jahre 1889 entstand der erste Hofsalonwagen von Kaiser Wilhelm II. Nachdem der Wagen fertiggestellt war, lie der Kaiser in den Jahren 1890 und 1891 weitere Wagen bauen, aus denen ein kompletter Zug gebildet werden konnte. Alle diese Wagen hatten einheitliche Abmessungen - mit Ausnahme der ebenfalls 1891 beschafften Gepckwagen, die etwas lnger waren. Im Laufe der Jahre kamen weitere Wagen neuerer Bauarten hinzu, die teilweise ltere Wagentypen ablsten. Bis 1911 wurden insgesamt 28 Hofzugwagen + 2 weitere Salonwagen, die nicht zum eigentlichen Hofzug gehrten, in Dienst gestellt.

Als Zuglokomotiven (auch in Doppeltraktion) sind fr Preussen die Baureihen S1, S3, S5, S6 und S10 bekannt. Bei des Kaisers Auslandsreisen wurden jeweils Lokomotiven des besuchten Landes vorgespannt. Deshalb sind Bespannungen mit einer oder zwei Loks der Baureihen AD, ADh und C in Wrttemberg (wenn der Kaiser beispielsweise sein Schloss Hohenzollern bei Hechingen oder seinen Freund "zu Frstenberg" in Donaueschingen aufsuchte), durchaus "realistisch".

Die Wagen der ersten Generation erhielten feste Nummern, die auch bei den weiter unten beschriebenen Nachbeschaffungen (mit entsprechenden Suffixes) beibehalten wurden:

 1    Hofsalonwagen des Kaisers   (1889, 6-achsig, LP 18600mm)
 2    Hofsalonwagen der Kaiserin  (1890, 4-achsig, LP 17800mm)
 3    Hofgefolgewagen der Herren  (1890, 4-achsig, LP 17800mm)
 4    Hofgefolgewagen der Damen   (1890, 4-achsig, LP 17800mm)
 5    Begleitungswagen der Herren (1891, 4-achsig, LP 17800mm)
 6    Begleitungswagen der Damen  (1891, 4-achsig, LP 17800mm) 
 7    Hofspeisewagen              (1890, 4-achsig, LP 17800mm)
 8    Hofkchenwagen              (1890, 4-achsig, LP 17800mm)    
 9    Hofzug-Gepckwagen          (1891, 4-achsig, LP 18600mm)
10    Hofzug-Gepckwagen          (1891, 4-achsig, LP 18600mm)
11    Reserve-Wagen des Kaisers   (1891, 4-achsig, LP 17800mm)
12    Hofspeise- und Kchenwagen  (1891, 4-achsig, LP 17800mm)
      --> Umbau vor 1906          (6-achsig, LP geschtzt 18800mm)

Die LP der Gepckwagen 9 und 10 wurde zwar nicht explizit ausgewiesen. Sie sollen jedoch dieselbe Lnge wie der Kaiserwagen 1 gehabt haben. Wegen dringenden Bedarfs wurden bereits 1893 zwei weitere Gepckwagen nachbeschafft, deren Wagenkastenlnge trotz um 20cm gekrzter LP identisch zu jener der Wagen 9 und 10 war:

13    Hofzug-Gepckwagen          (1893, 4-achsig, LP 18400mm)
14    Hofzug-Gepckwagen          (1893, 4-achsig, LP 18400mm) 

Diese Wagen hatten untereinander und auch gegenber den Wagen 9 und 10 abweichende Fenster-Anordnungen. Die Wagen 1-8, 11 und 12 hatten alle Oberlichter, die Gepckwagen 9, 10, 13 und 14 dagegen ein glattes Dach und an einem Ende eine Zugfhrerkanzel. 

Alle Wagen mit Ausnahme des Hofspeise- und Kchenwagens 12 besaen an beiden Wagenenden eingezogene Einstiegsbereiche mit abgestuftem Dach, wobei bei den Gepckwagen am Kanzel-abgewandten Ende Doppeltren vorhanden waren. Wagen 12 besa nur an einem Ende einen Einstiegsbereich. Am anderen Ende war der Speiseraum bis zum Ende des Wagenkastens in voller Breite durchgezogen. Bereits vor 1906 wurde der Wagen jedoch durch Anfgen eines zustzlichen Einstiegsbereichs und das Hinzufgen 3-achsiger Drehgestelle zu einem 6-achsigen Fahrzeug umgebaut, dessen Mae leider nicht bekannt sind. Ausgehend von den vorhandenen Einstiegsbereichen der anderen Wagen kann man aber davon ausgehen, dass der umgebaute Wagen vermutlich eine LP von etwa 18800mm (mgliche Abweichung nach beiden Seiten etwa 20cm) hatte.
 

Bereits 1897 wurde mit dem Bau einer neuen Generation von Hofzugwagen begonnen, die mit Ausnahme des Wagens 15 alte Nummern in Zweitbesetzung belegten. Hierbei wurde stets darauf geachtet, dass Wagen mit gleicher (oder hnlicher) Funktion auch wieder die gleiche Nummer erhielten. Die alten Wagen bekamen dann entweder eine neue hhere Nummer, oder sie wurden aus dem Hofzug-Wagenpark entfernt (sie wurden dann bei der KPEV als Salonwagen eingesetzt). Folgende Wagen sind der zweiten Hofzugwagen-Generation zuzuordnen:

 1A   Hofsalonwagen des Kaisers   (1902, 6-achsig, LP 19300mm)
 2"   Hofsalonwagen der Kaiserin  (1901, 6-achsig, LP 19300mm)
 3A   Hofgefolgewagen der Herren  (1901, 4-achsig, LP 19300mm)
 3"   Hofgefolgewagen der Herren  (1903, 6-achsig, Mae unbekannt)
 4A   Hofgefolgewagen der Damen   (1898, 4-achsig, Lp 19300mm)
 4"   Hofgefolgewagen der Damen   (1903, 6-achsig, Mae unbekannt) 
15    Hofspeise- und Kchenwagen  (1897, 6-achsig, LP 19300mm)

Von den Wagen 3" und 4" sind leider keinerlei Mae und auch keine Bilder bekannt, sodass hiervon keine Zeichnungen erstellt werden konnten.


Die Beschaffung der dritten Fahrzeug-Generation fr den Hofzug begann 1904 mit der Lieferung eines dritten Hofsalonwagens fr den Kaiser und endete 1911 mit dem dritten Hofsalonwagen fr die Kaiserin. Folgende Wagen wurden in diesem Zeitraum beschafft:

 1"   Hofsalonwagen des Kaisers   (1904, 6-achsig, LP 19300mm)
 2a   Hofsalonwagen der Kaiserin  (1911, 6-achsig, LP 20160mm)
 3A"  Hofgefolgewagen der Herren  (1907, 6-achsig, LP vmtl. 20160mm)
 4A"  Hofgefolgewagen der Damen   (1906, 6-achsig, LP vmtl. 20160mm)
 5A"  Hofgefolgewagen der Herren  (1907, 6-achsig, LP vmtl. 20160mm)
 6A"  Hofgefolgewagen der Damen   (1907, 6-achsig, LP vmtl. 20160mm)
16    Hofzug-Gepckwagen          (1910, 4-achsig, LP geschtzt 18400mm)

Fr die hier genannten Gefolgewagen ist keine LP bekannt. Ihre Kastenlnge stimmt jedoch mit der des Kaiserinnen-Wagens 2a berein, sodass die Schlussfolgerung auch einer gleichen LP nahe liegt. Diese Vermutung wird auch durch die Ausmessung der LP in vorliegenden Mazeichnungen (mit ausgewiesener Kastenlnge) besttigt. 

Vom Gepckwagen 16 sind keine Mae berliefert. Die vorliegenden Fotografien mit einer auf einer Seite analogen Fenster-Anordnung lassen jedoch die Annahme zu, dass dieser die Abmessungen der Gepckwagen 13 und 14 hatte. Wagen 16 besa ber der Kanzel-seitigen Wagenhlfte ebenfalls ein Oberlicht-Dach. Dafr reichte die Kanzel nur ber etwas mehr als die halbe Dachbreite (auf einer Seite mit der Auenkante des Oberlichts abgeschnitten).

Die dritte Wagengeneration unterscheidet sich von den vorausgehenden Generationen durch abgeschrgte Karosserie-bergnge zu den Tr-Nischen und durch eine nach oben durchgezogene geschwungene Dachkante in den Einstiegsbereichen. Die Oberlichter sind jedoch (mit Ausnahme des Gepckwagens 16) analog zu den vorausgehenden Wagen-Generationen angeordnet.


Nicht zur Flotte der Hofzugwagen gehrte der Hofsalonwagen des Kronprinzen, der, 1905 gebaut, nicht in der kaiserlichen blau-weien Farbgebung lief, sondern von vornherein einen dunkelgrnen Anstrich besa:

20    Hofsalonwagen des Kronprinzen (1905, 6-achsig, LP 20405mm)

Er war der lngste aller Wagen und besa im Gegensatz zu allen anderen Wagen ein zu den Wagenenden heruntergezogenes Oberlicht ("Torpedodach").     


Im Laufe der Zeit ergingen ber einige Wagen diverse Vernderungen. Hierzu gehrten bei den Salonwagen des Kaisers die Erweiterung der kaiserlichen Gemcher mit Verschiebung des Sanitrbereichs (erkennbar an den verschobenen Sichtschutz-Glasscheiben) und die Entfernung des Fensters auf Hhe des Spiegels in den Salons der Wagen der Kaiserin.

Weitere optische Variationen stellen die auen angebrachten Fensterjalousien bei den Wagen des Kaisers, der Kaiserin und den Speisewagen dar, die bei Fahrten auf Strecken mit zu engem Lichtraumprofil abgenommen werden konnten. Gegen die Hitze an heien Sommertagen konnten die Wagen des Kaisers und der Kaiserin mit Sonnenschutzplanen berspannt werden, die jedoch jeweils nur ber dem Bereich der herrschaftlichen Gemcher angebracht waren. Diese Bespannung blieb auch whrend der Fahrt bestehen.


Fr die Zusammenstellung des Hofzuges galten folgende Regeln:

Die Standard-Reihung eines aus 9 Wagen zusammengesetzten Zuges bestand aus
Erstem Gepckwagen + Kchenwagen + Speisewagen + 2x Herrengefolgewagen + Hofsalonwagen des Kaisers + Hofsalonwagen der Kaiserin + Damengefolgewagen + Zweitem Gepckwagen.

Die Wagen waren stets so anzuordnen, dass die Gnge aller Wagen nach der gleichen Seite ausgerichtet waren. Die Wagen des Kaisers und der Kaiserin mussten stets so aneinander gekuppelt sein, dass die beiden Salons (von auen jeweils durch die breiten Fenster erkennbar) aneinander anschlossen. Die Zugfhrerkanzeln der beiden Gepckwagen zeigten immer "nach auen". 

Die Notwendigkeit, zwei Gepckwagen einzusetzen, ergab sich aus der Forderung, zur Sicherheit stets einen Gepckwagen zwischen Lokomotive und Zug eingereiht zu haben, und der Minimierung des Rangieraufwands bei einem Fahrtrichtungswechsel.

Die Anzahl der Wagen im Zug konnte variieren. So gab es auch Einstze mit 11 Wagen. Wenn der Kaiser allein unterwegs war, fehlten die Wagen der Kaiserin und die zugehrigen Gefolgewagen im Zug. Dann konnte der Wagen des Kaisers auch direkt am Gepckwagen angekuppelt sein. 

Der kaiserliche Reservewagen 11 und der Hofspeise- und Kchenwagen 12 wurden meist auf der Kurzstrecke zwischen Potsdam und Berlin eingesetzt, kamen aber bei Bedarf (wenn z.B. die eigentlich dafr vorgesehenen Wagen bei der Revision waren) auch im "groen" Hofzug zum Einsatz.

Literatur: 
Alfred Gottwald - Der Hofzug Sr. Majestt des Deutschen Kaisers, Knigs von Preussen