Geneigte Fahrzeuge

Geht eine ebene Gleisstrecke in eine Steigung oder in ein Gefälle über, so ergibt sich im Gleisverlauf eine Krümmung. Die Neigung des über dieses Gleis fahrenden Fahrzeugs muss sich an diese Krümmung anpassen, indem zwischen zwei Aufsetzpunkten, an denen die Berührung des Fahrzeugs zwischen Rad und Schiene angenommen wird, eine gerade Verbindungslinie gezogen und deren Steigung als Neigungswinkel für den Fahrzeugkasten verwendet wird.

Bei zweiachsigen oder Drehgestell-Fahrzeugen lassen sich diese Aufsetzpunkte einfach bestimmen, indem entweder die Auflagepunkte der beiden Einzelachsen oder die beiden Drehgestell-Mitten als Aufsetzpunkte gewählt werden. Bei Fahrzeugen mit unregelmäßigen Rad-Anordnungen und möglicherweise mehreren Fahrzeugteilen (man betrachte beispielsweise Schlepptender-Dampflokomotiven oder die "Drei-Zimmer-Lok" E 91) führt dieser Ansatz allerdings nicht zum gewünschten Ziel. Hier muss das Fahrzeugbild um Zusatzinformationen ergänzt werden, aus welchen die für die einzelnen Fahrzeugkästen zu verwendenden Aufsetzpunkte für die Berechnung der Neigungen entnommen werden können.


Hierzu wird die betroffene Fahrzeug-Bitmap am unteren Rand mit einer zusätzlichen Pixel-Zeile versehen, in welcher die benötigten Zusatzinformationen abgelegt werden.

Ein schwarzer Bildpunkt in der rechten unteren Ecke (3) der Fahrzeug-Bitmap gibt an, dass es sich bei der untersten Pixel-Zeile um eine Steuerzeile handelt, die Aufsetzpunkte und möglicherweise zusätzliche Begrenzungspunkte enthält. Einzelne schwarze Punkte innerhalb der Steuerzeile kennzeichnen die Aufsetzpunkte, deren Verbindungslinie im Gleisprofil für die Berechnung der Neigung des sich darüber befindlichen Fahrzeugkastens herangezogen wird (in den Abbildungen ist der Neigungsabschnitt zwischen zwei Aufsetzpunkten jeweils mit (4) gekennzeichnet).

Überhänge von Fahrzeugkästen (5) sind dadurch gekennzeichnet, dass sie nur von einem Aufsetzpunkt begrenzt werden und für sie dieselbe Neigung wie für den angrenzenden Neigungsabschnitt der Fahrzeug-Bitmap gültig ist. Auf der anderen Seite des Überhangs befindet sich entweder das Fahrzeugende, oder es beginnt der nächste Fahrzeugkasten eines mehrteiligen Fahrzeugs. In diesem Fall wird für die Kennzeichnung der Grenze zwischen beiden Fahrzeugkästen innerhalb der Steuerzeile ein Begrenzungspunkt benötigt, der gegenüber einem Aufsetzpunkt die doppelte Breite (zwei Pixel) aufweist.

Bei Fahrzeug-Bitmaps, die für jede Seite des Fahrzeugs eine Abbildung enthalten, brauchen die Markierungen in der Steuerzeile nur für das linke Fahrzeug angebracht zu werden. Diese werden vom Programm BAHNLAND automatisch in gespiegelter Anordnung für das rechte Fahrzeug übernommen.